Holzhaus & Blockhaus – Ratgeber zu Holzhäuser und Blockhäuser

Ein Holzhaus (Blockhaus) ist – wie der Name schon sagt – ein überwiegend aus Holz gebautes Haus. Klingt, banal, ist aber schlicht und ergreifend so. Holz als Roh- und Werkstoff ist sehr vielseitig einsetzbar und wird bereits seit vielen Jahrhunderten als Baustoff für Hütten und Häuser verwendet. Vor allem in waldreichen Ländern wie Nordeuropa und Kanada haben Holzhäuser bzw. Blockhäuser eine lange Tradition und sind einer der typischen Baustile. Aber auch hierzulande sieht man gelegentlich Holzhäuser bzw. Blockhäuser.

Unterschied zwischen Holzhaus und Blockhaus

Ein Blockhaus ist nur als Wohnhaus geeignet. Auch Ferienhäuser oder Geräteschuppen werden oftmals in der Bauweise eines Blockhauses errichtet. Ein Blockhaus mit rund 24 Quadratmetern eignet sich beispielsweise ideal als Wochenendhaus oder Ferienhaus. Charakteristisch für ein Blockhaus sind die an den Ecken gekreuzten und aufeinander liegenden Holzbalken, die der Errichtung der Außen- und Innenwände dienen.

Ein Holzhaus ist hierbei nicht unbedingt ein Blockhaus, aber jedes Blockhaus ist ein Holzhaus. Der Unterschied ist bei der Verwendung von Massivholz. Jedes Blockhaus wird aus Massivholz gebaut. Es muss aber nicht jedes Holzhaus aus Massivholz gebaut werden.

Holzhaus: ökologisch und gemütlich

Blockhaus (Holzhaus) von außen
Blockhaus (Holzhaus) | Bild: pixabay.com

Holzhäuser stehen vor allem für einen ökologischen Baustil. Denn Holz wächst in der Natur nach. Zudem strahlen sie durch ihre typische Bauweise vor allem als Blockhaus eine Gemütlichkeit und Behaglichkeit aus, die irgendwie Erinnerungen an einen Skiurlaub oder eine Reise nach Skandinavien oder Kanada wecken. Deshalb nun Bauherren oder Besitzer eines Holzhauses als romantischen Umweltschützer darzustellen, ist aber etwas übertrieben. Denn Holzhäuser haben gerade in den letzten Jahren auch hierzulande an Beliebtheit und Bedeutung gewonnen. So schätzen zum Beispiel auch viele junge Familien, die ihre Kinder in einer natürlichen und naturnahen Umgebung aufwachsen lassen wollen, den Charme von Holzhäusern. Zudem sind sie meist auch günstiger im Bau als klassische aus Stein gebaute Häuser, so dass sie auch ein günstiger Weg zum Eigenheim sein können.

Typen und Bauweisen von Holzhäusern

Der Bau eines Holzhauses kann individuell durch die Beauftragung eines Bauunternehmens, aber auch als Fertighaus erfolgen. Gerade System-Holzhäuser sind in sehr kurzer Zeit auf einem Baugrundstück zu errichten. Auch bei der Form des Hauses gibt es bei Holzhäusern viele verschiedene Möglichkeiten und Varianten. So ist vom Bungalow mit Flachdach bis hin zum mehrgeschossigen Haus mit Satteldach jede Hausform auch als Holzhaus möglich.

Klassisches Holzhaus

Blockhaus (Holzhaus) von innen
Blockhaus (Holzhaus) Innenansicht | Bild: pixabay.com

Das Blockhaus ist die klassische Variante beim Bau eines Holzhauses. Charakteristisch für Blockhäuser sind die aufeinandergelegten und sich an den Ecken überschneidenden Hölzer. Mit ihnen werden die Außen- und Innenwände eines Blockhauses errichtet. Die äußeren Wände werden dabei meist als Vollblockwände gebaut, bei denen mit Holzdicken von 14 cm und mehr gearbeitet wird. Dabei können die verbauten Hölzer in unterschiedlichen Formen eingesetzt werden.

Rohe Baustämme im Blockhaus

Möglich ist für einen naturnahen und robusten Look die Verwendung roher Baumstämme. Wer es lieber etwas gepflegter haben möchte, verwendet fein säuberlich auf Maß gefräste Bohlen aus Holzverbindungen. Fachmännisch gesehen ist dies kein klassisches Blockhaus mehr, sondern man spricht von einem Blockbohlenhaus. Denn hier werden Vierkanthölzer benutzt. In der Form der Blockbohlenhäuser erfreuen sich Blockhäuser auch in Mitteleuropa immer größerer Beliebtheit, da sie kultivierter aussehen als klassische Blockhäuser aus rohen Baumstämmen.

Fachwerkbau

Aber es gibt auch noch zwei weitere Varianten, um Häuser aus dem natürlichen und langlebigen Rohstoff Holz zu bauen. Vor allem aus historischen Altstädten ist die Technik des Fachwerkbaus bekannt, bei der ein Skelett aus Holz errichtet wird. Hierbei übernehmen senkrechte und waagerechte Balken aus Holz die Funktion von tragenden Wänden und sorgen so für die Stabilität des Hauses.

Holzrahmenhaus

Zudem gibt es noch die Bauweise des Holzrahmenhauses. Diese ähnelt der Technik des Blockhauses, da die Grundkonstruktion beim Holzrahmenbau ähnlich ist. Allerdings wird das Gerippe dann z.B. mit Gipsplatten verkleidet, verliert also die klassische Optik eines Holzhauses. Diese Bauweise ist dafür aber auch günstiger als ein massives und klassisches Blockhaus.

Holzhäuser sind auch sehr vielseitig einsetzbar, da sie nicht nur als Wohnhäuser genutzt werden. Auch als Ferienhaus, als Geräteschuppen oder als Sauna im Garten finden Holzhäuser häufig Verwendung. Streng genommen ist ein Haus immer dann ein Holzhaus, wenn sein Tragwerk aus Holz besteht. Wandfüllungen aus Stein, Ziegel oder modernen Dämmmaterialien ändern an dieser Zuordnung nichts.

Vor- und Nachteile von Holzhäusern und Blockhäusern

Häuser aus Holz haben viele Vorteile, aber auch ein paar Nachteile. Über beide Seiten der Medaille möchten wir Sie nun aufklären.

Vorteile von Holzhäusern

Holzhäuser sind eine ökologische Variante des Hausbaus. Denn Holz als Roh- und Werkstoff ist ökologisch an- und abbaubar. Damit hat er in Sachen Umweltverträglichkeit im Vergleich zu vielen anderen Baustoffen von Immobilien viele Vorteile – solange das Holz aus hierfür angepflanzten oder vorgesehenen Bäumen stammt und nicht mit der sinn- und planlosen Rodung der Wälder einhergeht. Da es sich zumeist um heimisches Holz handelt, sind die Anfahrtswege für das Baumaterial meist recht kurz, was weitere ökologische Vorteile und hat und auch die Baukosten senken kann.

Durch seinen speziellen Baustoff und seine ungewöhnliche Bauweise vermittelt eine klassische Blockhütte einen ganz eigenen Charme und eine eigene Wärme, an den kein Haus aus Stein herankommt.

Auch wenn Holzhäuser und Blockhäuser auf den ersten Blick heutige Anforderungen an die Wärmedämmung und die Energiestandards von Neubauten vermeintlich nicht gerecht werden, ist dies mit einem mehrschichtigen Wandaufbau möglich. Dies widerspricht zwar dem eigentlichen Blockhausbauprinzip, ist aber aus ökologischen Gesichtspunkten alternativlos. Für eine bessere Wärmedämmung wird hierbei eine außen liegende Isolierung verbaut, wie sie nach bauphysikalischen Regeln notwendig ist. Dies hat zur Folge, dass das klassische Erscheinungsbildes nicht unbedingt der gewollten Optik entspricht, sondern durch die vor die Wärmedämmung montierte Schalung aus Holz bestimmt wird. Dies ermöglicht aber eine bessere Energiebilanz und verlängert auch die Lebensdauer eines Holzhauses, sodass unter diesen Aspekten Holzhäuser auch als Energiesparhäuser gebaut werden können.

Vorteile auf einen Blick:

  • ökologisch und natürlich
  • uriges und gemütliches Ambiente
  • Umweltschutz

Nachteile von Holzhäusern

Natürlich haben Holzhäuser auch ein paar Nachteile. Eine typische Schwachstelle von Holzhäusern sind mangelnde Luftdichtheit und mitunter auch ein fehlender Schutz gegen starke Regengüsse. Werden bei der Planung, der Materialauswahl oder dem Bau Fehler gemacht, kann es in einem Holzhaus durchaus empfindlich ziehen oder sogar feucht werden. Daher ist eine gute Planung vom Fachmann und eine ausreichende Wärmedämmung und Isolierung wichtig.

Zudem hat Holz als Baustoff einen Nachteil, zumindest im unbehandelten Zustand. Denn so wird Holz recht schnell grau, was vor allem optisch nicht so ansprechend ist. Wer dies verhindern will, muss das Holz lackieren. Und das nicht nur einmal, sondern meist alle zwei bis drei Jahre. Das ist nicht nur mit großem Aufwand verbunden, sondern auch ein Kostenfaktor.

Nachteile auf einen Blick:

  • Holz graut
  • Hohe Anforderungen beim Bau

Kosten für ein Holzhaus / Blockhaus

Wie bei allen anderen Haustypen hängen auch beim Bau eines Holzhauses die Kosten von der Größe und der Ausstattung des Gebäudes ab. Generell macht aber auch die verwendete Holzart einen Unterschied. So ist zum Beispiel Fichtenholz der kostengünstigste Rohstoff, während hochwertiges Douglasienholz deutlich teurer ist. Dafür ist es aber auch beständiger gegen Pilz- und Insektenbefall und damit länger haltbar. Übertroffen wird die Douglasie nur noch vom Holz der Rotzeder, das aber auch die kostspieligste Variante ist.

Neben dem Holzhaus bzw. Blockhaus gibt es noch weitere Haustypen, wie das Fertighaus, das Massivhaus, Energiesparhaus oder Passivhaus, Dopplehaus / ReihenhausEinfamilienhaus oder Mehrfamilienhaus, Villa, das Bungalow-Fertighaus und viele mehr.


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