Innenwände tapezieren – Tipps & Tricks – Anleitung

Sie wollen Ihre Wand tapezieren, haben bislang aber immer Schwierigkeiten damit gehabt oder vielleicht noch gar nie tapeziert? Dann sollten Sie sich zunächst einen Überblick darüber verschaffen, welche Materialien und Hilfsmittel dafür wichtig sind und mit welchen Tricks das tapezieren am besten klappt.

Wer beim Tapezieren auf einige spezielle Dinge achtet, erleichtert sich die Vorbereitung und die Arbeit ungemein. fotolia.de

Wer beim Tapezieren auf einige spezielle Dinge achtet, erleichtert sich die Vorbereitung und die Arbeit ungemein. fotolia.de © Elnur (#205697843)

Tapeten sind letztlich nichts anderes als „bedruckte Wandpapiere“. Jene Tapeten gibt es ab dem 19. Jahrhundert als günstigen Wandschmuck, wobei sich das Tapezieren seitdem ein wenig verändert hat. Stilvolle und vor allem schlichte Tapeten liegen wieder im Trend. Damit beim nicht unkomplizierten Tapezieren alles glatt läuft und auch schwierige Stellen an der Wand erfolgreich tapeziert werden können, hilft es, sich im Voraus mit diesem Artikel einen Überblick zu verschaffen und sich einige Tricks zu verinnerlichen.

Wenn Sie es sich dagegen nicht zutrauen, selbst Hand an die Wände anzulegen, sollten Sie sich mit einem erfahrenen Handwerker in Verbindung setzen und diesen um Hilfe bitten.

Oder wissen Sie bereits, was zu tun ist? Dann können Sie Ihr Projekt jetzt unverbindlich ausschreiben und schnellstmöglich Offerten von bewerteten Handwerkern vergleichen.

In diesem Artikel:

  • Wichtiges Werkzeug zum Tapezieren
  • Tapete anbringen: Schritt für Schritt
  • Besonders schwierige Stellen erfolgreich tapezieren

Wichtiges Werkzeug zum Tapezieren

Wenn Sie gutes und sauberes Werkzeug verwenden, erleichtern Sie sich damit die Arbeit und erhöhen die Chancen auf ein einwandfreies Tapezier-Ergebnis. Folgendes Werkzeug, bzw. folgende Hilfsmittel sind im Optimalfall zu empfehlen:

  • Beschneideschiene
  • Beschneidelineal
  • Cuttermesser
  • Haumesser
  • Konischer Nahtroller
  • Kleisterbürste
  • Moosgummirolle
  • Senklot
  • Tapeten-Abreißer
  • Tapezierscheren
  • Tapezierwischer
  • Tapezierbürste
  • Tapezierschiene
  • Tapezierspachtel
  • Wasserwaage
  • Zollstock

Tapete anbringen: Schritt für Schritt

  1. Vergewissern Sie sich schon beim Tapetenkauf, dass alle Tapetenrollen über dieselbe Anfertigungsnummer verfügen. Sie sollten eine zusammenhängende Wandfläche immer nur mit Wandbekleidung tapezieren, welche dieselbe Anfertigungsnummer Denn bereits geringfügige Farbtonabweichungen können das Wandbild stören.
  2. Damit das Tapezierergebnis optimal wird, müssen Sie den Untergrund unbedingt vorbehandeln. Er sollte trocken, glatt, fest, sauber, trag- und saugfähig sein, bevor Sie die Tapeten aufbringen. Risse und Unebenheiten in der Wand müssen Sie verspachteln. Gestrichene Wände sind zu prüfen und gegebenenfalls zu grundieren. Alte Tapeten sind bestenfalls restlos zu entfernen. Alte Tapeten können dafür ganz einfach mit Wasser und Tapetenablöser eingestrichen werden. Nach dem Einweichen können Sie die Tapeten deutlich leichter entfernen.
  3. Handelt es sich um Neuputz an den Innenwänden, auf dem die Tapeten angebracht werden sollen, muss dieser augenscheinlich hell und trocken sein, was in der Regel nach etwa sechs Wochen der Fall ist. Meistens ist Neuputz ein eher stark saugender Untergrund. Deshalb sollte vor allem bei glattem Untergrund mit Markenkleister vorzukleistern, bzw. bei leicht rauem Untergrund mit Feinmakulatur zu streichen.
  4. Damit der Abschluss später sauber wird, sollte die Tapetenbahn etwa 5 bis 10 Zentimeter mehr an Länge haben, als die Wand an Höhe. fotolia.de © Alex (#198188631)
    Damit der Abschluss später sauber wird, sollte die Tapetenbahn etwa 5 bis 10 Zentimeter mehr an Länge haben, als die Wand an Höhe. fotolia.de © Alex (#198188631)

    Die Faustregel für die richtige Bahnlänge beim Zuschneiden der Tapeten lautet: Die Höhe des Raumes + 5 bis 10 cm Zugabe. Haben Sie Tapeten mit ansatzfreien Mustern, sind alle Bahnen gleich. Sie können Sie fortlaufend von der Rolle abschneiden. Bei Versatzmustertapeten verschiebt sich das Muster bei jeder zweiten Bahn um die Hälfte des Musterraports. Achten Sie darauf, die Tapeten immer nur in eine Richtung abzurollen.

  5. Sie sollten für jede Tapete beim Einkleistern den passenden Markenkleister verwenden. Der Kleister ist in jedem Fall sollte in jedem Fall gut eingerührt und lange quellen gelassen werden. Die Tapetenbahnen sind anschließend gleichmäßig einzukleistern und so auf dem Tapeziertisch zusammenzulegen, dass nur die eingekleisterte Seite sich berührt. Anschließend können Sie die Bahn einrollen. Achten Sie auf eine gleichmäßige und ausreichend lange Weichzeit aller Bahnen. Es gibt außerdem Spezialtapeten, wie etwa die Foto-Tapete. Diese weist wiederum oftmals verschiedene Eigenschaften auf. Einige Foto-Tapeten sind nassklebend mit einer dezenten Struktur, ähnlich wie bei einer Raufasertapete, oder selbstklebend mit einer glatten Oberfläche. Für Letztere ist selbstverständlich kein zusätzlicher Kleister notwendig.
  6. Beginnen Sie beim Ankleben immer „mit dem Licht“, das heißt immer am Fenster. Loten Sie die erste Tapetenbahn mit der Wasserwaage oder dem Lot senkrecht aus, damit alle folgenden Bahnen gerade verlaufen. Die Tapetenbahnen sind immer mit ein wenig Überstand an der Decke abzusetzen. So können vorhandene Höhenunterschiede gegebenenfalls ausgeglichen werden. Von der Mitte jeder Bahn aus können Sie die Tapeten mit einer Tapezierbürste oder einer Moosgummirolle blasenfrei andrücken. Vermeiden Sie während des Trocknens der Bahnen Zugluft und starkes Heizen, da dies dazu führen könnte, dass die Nähte aufplatzen.
  7. Eine Kanten-Beschneideschiene eignet sich für einen sauberen Abschluss an der Decke sowie an der Fußleiste optimal. Das Profil der Schiene erlaubt es Ihnen, die Bahnen exakt einzupassen und Höhenunterschiede auszugleichen. So wird auch der Untergrund nicht beschädigt und die Messerklinge erhält lange ihre Schärfe.

Besonders schwierige Stellen erfolgreich tapezieren

Ecken

Sie sollten große Bahnbreiten nie durch oder um die Ecken tapezieren. Lassen Sie die Bahn nur etwa einen Zentimeter überstehen und schneiden Sie ihn mehrfach quer ein. Die restliche Bahn können Sie dann an der neuen Wand wieder neu ausloten und ansetzen.

 Heizkörper

Es ist empfehlenswert, nur etwa 10 bis 20 Zentimeter hinter Heizkörper zu tapezieren. Möchten Sie die Bahnen dennoch vollständig hinter einem Heizkörper verlaufen lassen, sollten Sie jede Bahn in etwa 10cm breite Streifen schneiden. Die schmalen Bahnen können dann mit einem ebenfalls schmalen Farbroller von oben unten und – je nach Heizkörpertyp –  durch die Rippen der Heizung hindurch andrücken. Ansonsten streichen Sie bestenfalls einfach hinter dem Heizkörper in der gleichen oder einer ähnlichen Farbe, wie der der Tapeten.

Steckdosen und Lichtschalter

Abdeckungen von Steckdosen sind vor dem Tapezieren abzunehmen. Ganz wichtig: Strom abschalten nicht vergessen!
Abdeckungen von Steckdosen sind vor dem Tapezieren abzunehmen. Ganz wichtig: Strom abschalten nicht vergessen! fotolia.de © wip-studio (#132801535)

Zunächst ist der Strom am Sicherungskasten abzustellen, bevor Sie an Steckdosen und Lichtschaltern Tapetenarbeiten durchführen. Anschließend können Sie zunächst die Blenden von Steckdosen und Schaltern abnehmen, damit Sie unter diesen auch tapezieren können. Dann wird die Tapetenbahn einfach über die Lichtschalter oder Steckdosen tapeziert. Daraufhin können bei Steckdosen zunächst die Erdungskontakte mit der Hand durch die Tapete gedrückt werden, wohingegen bei Lichtschaltern die Tapete erst kreuzweise einzuschneiden ist.

Sobald der Kleister getrocknet ist, können Sie mit einem Universalmesser das Steckdosenelement oder den Schalter freischneiden, wobei der freie Bereich nie größer sein sollte, als der Metallrahmen. Nur so kann garantiert werden, dass die Blende den Ausschnitt auch komplett abdeckt. Schließlich können Sie die Blenden ganz normal wieder anbringen.