Immobilienkredit – Haus oder Wohnung kaufen mit Kreditfinanzierung

Die eigenen vier Wände sind nach wie vor der Traum vieler Menschen. Sie versprechen Unabhängigkeit und eine hervorragende Absicherung für das Alter. Außerdem verbuchen die meisten Immobilien über die Jahre eine massive Wertsteigerung. Als Geldanlage eigenen sie sich somit auch noch hervorragend.

Wichtige Gründe, die somit für den Kauf einer eigenen Immobilie sprechen. Doch die Finanzierung ist für viele Menschen ein Problem. Schließlich haben nur die wenigstens die finanziellen Mittel, eine Immobilie komplett selbst zu finanzieren. Ein Immobilienkredit ist dann eine sehr gute Möglichkeit, sich den Traum trotzdem zu erfüllen.

Die Formen der Immobilienkredite

Doppelhaus / Reihenhaus
Reihenhaus – Bild: pixabay.com, Peggy_Marco

Immobilienkredit ist nicht gleich Immobilienkredit: Es gibt durchaus Unterschiede, die ein zukünftiger Kreditnehmer unbedingt kennen sollte. Denn nur so ist es für ihn möglich, die beste Alternative zu wählen. In Österreich haben sich besonders zwei Varianten zur Immobilienfinanzierung in den letzten Jahrzehnten bewährt.

Hypothekarkredit

Die erste Möglichkeit ist der Hypothekarkredit, auch Annuitätenkredit genannt. Es handelt sich dabei um den absoluten Klassiker. Die Raten sind dabei jeden Monat gleich hoch. Das gibt dem Kreditnehmer Sicherheit und macht die Rückzahlung sehr planbar. Es ist von Anfang an absehbar, wann die gesamte Kreditsumme zurück bezahlt sein wird. Der Zinssatz ist dabei fix. Auch er ändert sich somit nicht. Bei einem derart niedrigen Zinsniveau, wie es aktuell der Fall ist, ist der Hypothekarkredit sehr vorteilhaft. Wer jedoch darauf hofft, dass die Zinsen in Zukunft noch weiter abfallen, der kann natürlich auch einen variablen Zinssatz vereinbaren. Dieser wird während der Laufzeit innerhalb bestimmter Intervalle angepasst. Steigen die Zinsen an, ist diese Entscheidung natürlich weniger vorteilhaft. Das sollte dem Kreditnehmer unbedingt bewusst sein.

Bauspardarlehen

Die zweite Möglichkeit besteht in dem Bauspardarlehen. Auch dabei handelt es sich um eine Klassiker. Der Immobilienkredit kann dabei in drei Phasen eingeteilt werden. In der ersten Phase wird Kapital angespart. Wenn das benötigte Guthaben angespart wurde, kann das Darlehen in Anspruch genommen werden. Die Auszahlung ist die dritte Phase. Die Immobilie kann damit finanziert werden. Besonders beliebt ist es, ein Bauspardarlehen für die eigenen Kinder anzulegen.

Weitere Möglichkeiten zur Finanzierung

Wie bereits erwähnt, handelt es sich bei einem Hypothekarkredit beziehungsweise einem Bauspardarlehen um die Klassiker schlechthin. Jedoch gibt es auch noch andere Möglichkeiten, wie der Kauf einer Immobilie finanziert werden kann. Beispielsweise könnte ein so genanntes Cap-Darlehen genutzt werden. Dieses lockt mit variablen Zinssätzen. Das kann allerdings sowohl ein Vorteil, als auch ein Nachteil sein. Natürlich könnten die Zinsen in der Zukunft geringe sein, als das aktuell der Fall ist. Jedoch könnten sie genauso gut ansteigen. Eine echte Planungssicherheit gibt es somit nicht.

Eine weitere Möglichkeit besteht darin, die beiden Klassiker zu mischen. Dadurch wird sich eine Minimierung des Risikos versprochen.

Das macht einen Immobilienkredit aus

Für die Finanzierung einer Immobilie wird meist eine sehr hohe Summe benötigt. Die Laufzeit des Darlehens ist dementsprechend lang. Die Bank ist deshalb an höchster Sicherheit interessiert. Normalerweise wird deshalb ein Grundpfandrecht auf die Immobilie vereinbar. Bei einem anderen Kredit wäre das absolut unüblich. Wird der Kreditnehmer zahlungsunfähig, kann das Kreditinstitut immer noch die Immobilie nutzen, um die Schulden zu begleichen.

Den Immobilienkredit macht jedoch auch aus, dass er meist sehr kostengünstig ausfällt. Die Zinsen sind wesentlich niedriger als bei gängigen Ratenkrediten.

Hausbau planen
Haus planen (Quelle: bigstock.at, ID: 85465493)

Die Kreditsummen sind hingegen ungewöhnlich hoch. Unter 50.000 Euro ist eine Vergabe eher selten. Noch oben sind kaum Grenzen gesetzt. So können bei der Bank, wenn die benötigte Bonität vorliegt, auch mehrere Millionen zur Finanzierung der Immobilie geliehen werden.

Ein weiterer Unterschied zu einem herkömmlichen Ratenkredit besteht darin, dass die Bank sich erkundigen wird, wie viel Eigenkapital vorhanden ist. Dieses muss für den Kauf der Immobilie genutzt werden. Erst dann gibt die Bank die Darlehenssumme frei. Normalerweise werden von dem Eigenkapital zumindest die Nebenkosten abgedeckt. Darunter fallen beispielsweise die Grundsteuer und die Gebühr für den Makler. Das Eigenkapital sollte mindestens 20 Prozent der Gesamtsumme abdecken.

Die Vorteile und die Nachteile eines Immobilienkredits:

Die Vorteile

  • niedrige Zinsen und dadurch niedrige Kosten
  • langfristig ausgelegt

Die Nachteile

  • Eigenkapital muss vorhanden sein
  • Hypothek wird in der Regel aufgenommen

Wie erhält man eine Immobilienfinanzierung?

Wie bei einem normalen Ratenkredit auch, ist die Vergabe an bestimmte Voraussetzungen geknüpft. Diese müssen von dem zukünftigen Kreditnehmer erfüllt werden.

Normalerweise beginnt der Vergabeprozess damit, dass der Kunde seine Hausbank aufsucht und sich ein Angebot machen lässt. Die Bank stellt dabei ihre gängigen Konditionen, wie etwa die Laufzeit und den Zinssatz vor. Der Kunde hat dann die Wahl, das Angebot anzunehmen oder nicht.

Bevor die Bank allerdings ein Angebot unterbreiten kann, muss im Vorfeld überprüft werden ob der Kunde überhaupt kreditfähig ist. Diese Bewertung geschieht eher selten in einem persönlichen Gespräch. Einfacher ist es hingegen, wenn die Kunden die benötigten Unterlagen per Post einsehen. Auch online ist dies mittlerweile bei vielen Anbietern möglich. Die Bank kann dann prüfen, ob und unter welchen Konditionen der Immobilienkredit angeboten werden kann. Je besser die Bonität des Kunden ausfällt, desto besser werden auch die Konditionen sein. Schließlich stellt ein solcher Kunde ein geringeres Risiko für die Bank dar.

Wichtige Überlegungen

Ist der Traum von der eigenen Immobilie endlich in Reichweite, wird nicht selten überstürzt gehandelt. Das kann allerdings in den finanziellen Ruin führen. Es ist deshalb wichtig, vor dem Vertragsabschluss ganz genau zu berechnen, welche monatlichen Kosten getragen werden können und welche nicht. Dabei müssen unbedingt auch die ungeplanten Kosten bedacht werden. Beispielsweise könnte das Auto kaputt gehen oder es entstehen Kosten durch eine Krankheit. Die monatliche Rate sollte deshalb besser zu niedrig als zu hoch angesetzt werden. Dadurch bleibt für diese ungeplanten Ereignisse mehr Luft. Der Kreditnehmer ist damit auf der sicheren Seite.

Um eine passende Finanzierung für die eigene Wohnung oder das eigene Haus zu finden, sollte man den Kreditvergleichsrechner für Immobilien richtig nutzen. Lesen Sie zudem auch diesen Artikel auf derstandard.at.

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