Dachformen – Tipps, Kosten & Übersicht

Im Handel gibt es unterschiedlichste Dachformen zu erwerben, sodass es nicht leicht fällt, sich für eine bestimmte Form zu entscheiden. Der folgende Artikel beschäftigt sich mit den gängigsten Arten, beschreibt, was es hierbei zu beachten gilt und wie viel Geld für die Neueindeckung eines Daches eingeplant werden muss.

Die unterschiedlichen Dachformen

Hausdach - alle Dachformen
Hausdach (Quelle: bigstock.at, ID: 143658062)

Alle Informationen zu den verschiedenen Dachformen findet man hier:

Pultdach

Pultdach: Pultdächer finden vor allem in der Industrie Anwendung und in früheren Zeiten wurden hiermit auch Garagen und Lagerhallen mit diesen abgedeckt. In letzter Zeit wurden die schrägen Dächer jedoch auch immer häufiger für Wohnhäuser genutzt, vor allem weil sie ideal dafür geeignet sind, um Photovoltaik-Anlagen zu installieren. Grundsätzlich handelt es sich bei dem Pultdach um ein sogenanntes halbes Satteldach.

Die obere Kante des Daches wird First genannt, die untere hingegen Dachtraufe, wo auch die Regenrinne angebracht wird. Auch wird ein leicht schräges Sparrendach verwendet, wodurch unterschiedliche Vorteile gegenüber flachen Dächern entstehen. Denn auf dem Pultdach können Ziegel verwendet werden und das Regenwasser kann abfließen. Und hierbei wird der Wohnraum nicht durch die Schräge eingeschränkt.

Satteldach – der Klassiker

Satteldach: Wenn ein Kind ein Bild malt, auf den ein Haus mit einem Dach zu sehen ist, ist dieses zumeist ein Satteldach. Dieses ist sozusagen der Klassiker unter den Dachformen, das auch die neuen Architekturtrends des 21. Jahrhunderts schadlos überlebt hat. Der Dachwinkel kann bei diesem Dach variiert werden, sodass viele unterschiedliche Neigungen und auch Traufhöhen möglich werden. Vorteilhaft sind auch der einfache Aufbau und die hohe Stabilität des Satteldaches. Aus diesen Gründen wird der Klassiker auch heute noch sehr häufig verwendet.

Walmdach – ideal für freistehende Häuser

Walmdach: Grundsätzlich handelt es sich bei einem Walmdach um ein Satteldach, das über geneigte Giebelflächen verfügt. Daher findet man diese sehr oft bei Bauernhäusern im bayrischen Raum, die frei stehen. Durch die besondere Konstruktion ist das Dach ideal gegen Wind und Wetter geschützt. Die hierbei verwendeten seitlichen Giebelschrägen werden Walm genannt. Zudem gibt es Walmdächer, bei denen die Walm nicht bis zur Traufhöhe reicht, diese werden dann als Schopfwalm oder Krüppelwalm bezeichnet. Ist hingegen der untere Bereich des Dachs abgewalmt, wird dies als Fußwalm bezeichnet.

Mansarddach – für besonders viel Nutzraum im Dach

Mansarddächer haben ihren Ursprung in Frankreich, sodass der Name auf zwei Architekten mit den Namen Francois Mansart und Jules Hardouin-Mansart zurückgeht. Damals war das Ziel, die Grundsteuer zu verringern, die in der damaligen Zeit noch nach Vollgeschossen errechnet wurde. Dies ermöglichte es, in dem Dach ein zusätzliches und voll nutzbares Stockwerk einzubauen, ohne dass dadurch mehr Steuern entstanden. In Deutschland sind Mansarddächer vor allem auf sehr alten Häusern zu finden.

Als Nachteil des Mansarddaches muss erwähnt werden, dass es kaum möglich ist, Photovoltaik auf diesem zu installieren. Zudem ist die Dachkonstruktion vergleichsweise aufwendig. Auch ist das Dach nicht so stabil wie viele andere Arten und dennoch etwas teurer.

Sheddach – der Industrieklassiker

Sheddächer werden vor allem für das Decken von Fabrikhallen verwendet. Hierbei handelt es sich sozusagen um mehrere einzelne Pultdächer, deren Flächen direkt unter dem First verglast werden können. So kann erreicht werden, dass es im Innenraum zu ausreichend Frischluft und auch Licht kommt. Der Begriff Sheddach wurde wahrscheinlich von dem englischen Wort shed (= Schuppen) abgeleitet. Somit kann das Sheddach dafür sorgen, dass eine blendfreie Ausleuchtung des Innenraums entsteht und das ohne sogenannte Schlagschatten. In den meisten Fällen werden die verglasten Flächen hierbei in Richtung Norden ausgerichtet.

Vorteilhaft ist auch, dass die Konstruktion sehr stabil ist und daher muss eine Halle mit einem Sheddach nicht so stark abgestützt werden. Als Nachteil muss jedoch die Dichtigkeit erwähnt werden. Denn in der Regel ist das Dach nach einigen Jahren zumeist nicht mehr ganz dicht und muss dementsprechend saniert werden. Vor allem im Randbereich treffen unterschiedlichste Materialien aufeinander, die nicht ideal harmonieren, sodass es zu einer sogenannten Kontaktkorrosion kommen kann. Daher sollten bei der Installation spezielle Profilplatten und Flüssigkunststoffe zur Abdichtung verwendet werden.

Schleppdach – Schuppen und Vordächer

Das Schleppdach wird bereits seit vielen Jahrhunderten auf Bauernhäusern verwendet. Es ist sowohl möglich, es von Anfang an als Teil des Hauptbaus oder aber es nachträglich für einen Anbau zu nutzen. So wird es möglich, diverse Anbauten in den Hauptbau zu integrieren. Schleppdächer sind zudem ideal dafür geeignet, um an neueren Häusern Carports unterzubringen. Hierbei muss lediglich eine Seite des Carports befestigt werden, die andere kann an das Haus gestützt werden.

Zeltdach

Eher selten ist das sogenannte Zeltdach zu finden, da es eigentlich nur auf quadratischen oder fast quadratischen Grundrissen installiert werden kann. Bei dieser Dachform spielt die Symmetrie zu allen Seiten eine besonders wichtige Rolle. Denn hierbei kommen klare Formen und Linien zum Einsatz, die in einem Firstpunkt zusammentreffen. Auf Türmen oder Kirchtürmen werden häufig sehr steile Zeltdächer verwendet, um eine Art Orientierungspunkt in der Landschaft oder in der Stadt zu schaffen.

Weitere Dachformen sind zudem das Blechdach und das Flachdach. Alle Informationen dazu finden Sie ebenfalls hier online im Ratgeber!

Was kostet eine Dach-Neueindeckung?

Dach decken
Dach decken (Quelle: bigstock.at, ID: 125873459)

Wenn die alte Eindeckung schon relativ alt ist und es vielleicht sogar schon zu diversen Beschädigungen gekommen ist, sollte das Dach neu eingedeckt werden. Die meisten Laien kennen sich mit dieser Materie nicht wirklich aus, sodass man diese Arbeit einem Profi überlassen sollte. Somit muss schon einmal der Lohn der Arbeiter einberechnet werden, der jedoch stark variieren kann.

Etwas genauer können die entstehenden Materialkosten kalkuliert werden. Je nachdem, welches Material verwendet wird, muss ungefähr mit 80 bis 100 Euro pro Quadratmeter gerechnet werden. Somit würden für ein Einfamilienhaus mit 140 m² zwischen 11.000 und 14.000 Euro an Kosten anfallen.

Um eine Übersicht über die Kosten für die unterschiedlichen Materialien zu bekommen, folgt nun eine kleine Übersicht:

Kunstschiefer: 5 Euro/m²
Beton: 18 Euro/m²
Bitumen: 22 Euro/m²
Faserzementplatten: 30 bis 35 Euro/m²
Ziegel: 25 bis 50 Euro/m²
Schiefer: 90 Euro/m²
Kupfer: 90 Euro/m²
Lichtplatten: 10 bis 35 Euro/m²
Stegplatten: 15 bis 50 Euro/m²

Mehr Tipps zum Thema Hausplanung und Hausplanung-Software, sowie alle Informationen zu den unterschiedlichen Haustypen findet man in diesen Ratgebern!

Weitere Informationen zu Dachformen finden Sie hier:

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