Schieferdach – Kosten, Bauweise und Aufbau von Schieferdächern

Ein Schieferdach ist vor allem in Skandinavien und Norddeutschland weit verbreitet. Das Dach besteht aus Schieferplatten, die für eine lange Haltbarkeit und eine moderne Optik dienen. Ein Schieferdach besteht damit aus einem reinen Naturstein.
Schieferdach
Schieferdach – Quelle: pixabay.com

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Was ist ein Schieferdach?

Schieferdächer hat man über einen langen Zeitraum vor allem in Norddeutschland, aber auch in Skandinavien gesehen. Heute werden diese aufgrund der vielen Vorteile auch in anderen Regionen immer beliebter. Schiefer ist eine Gesteinart, es handelt sich dabei um ein metamorphoses Gestein, dass sich aus einzelnen Platten zusammensetzt. Dadurch entsteht ein modernes Aussehen und eine besonders lange Haltbarkeit. Die Platten sind ein reiner Naturstein, der sich vor etwa 400 Millionen Jahren aus Tonschlamm gebildet hat. Man gewinnt das Rohmaterial für ein Dach aus Schiefer auch heute noch im Bergwerk. Danach wird der Schiefer nur leicht bearbeitet und dann auf dem Dach vernagelt.

Die Vorteile eines Schieferdaches

Der größte Vorteil von Schiefer ist darin zu sehen, dass es sich um einen reinen Naturstein handelt. Dadurch sind keine ökologisch und gesundheitlich bedenkliche Stoffe in dem Material verarbeitet. Und auch die Herstellung von Schiefer ist besonders ökologisch. Dieser wird im Bergwerk abgebaut und muss dann kaum weiter verarbeitet werden um auf dem Dach zum Einsatz zu kommen. Die Herstellung verbraucht also nur sehr wenig Energie, was die Umwelt schont. Schiefer hat außerdem einen sehr hohen Dichtigkeitsgrad was zu einer sehr langen Haltbarkeit des Materials führt.

Unter den europäischen Umwelteinflüssen wie Regen, Schnee und Sonne kann ein Schieferdach etwa 100 Jahre genutzt werden, bis es erneuert werden muss. Die Herstellungs- und Anschaffungskosten sind also im Verhältnis zu der Nutzungsdauer sehr gering. Außerdem liegt ein weiterer Vorteil darin, dass ein Stein, sollte dieser mal defekt sein, sehr leicht auszutauschen ist. Man muss keine anderen Steine rundherum entfernen, sondern nimmt einfach den einen Stein heraus und ersetzt diesen durch einen ähnlichen. Auch die Entsorgung von Schiefer ist einfach und kostengünstig. So kann ein ausgedientes Dach aus Schiefer wegen der ökologischen Unbedenklichkeit ganz einfach als Bauschutt oder Gartensplitt weiter verwendet werden.

Voraussetzungen für ein Schieferdach

Wenn Sie Ihr Dach mit Schiefer decken wollen, benötigen Sie eine Dachneigung von mindestens 12 Prozent. Außerdem ist in der Regel eine Vollschalung des Daches nötig. Das bedeutet, dass das Dach vollständig mit Holz verkleidet werden muss, bevor man dieses mit Schiefer eindecken kann. Dies ist nötig, weil Schiefer genagelt wird. Es gibt mittlerweile aber auch moderne Eindeckvarianten wie die Rechteck-Doppeldeckung bei der keine Vollschalung mehr nötig ist, sondern nur noch eine Lattung. Diese modernen Varianten können viel Geld und Zeit einsparen.

Kosten eines Schieferdaches

Was ein Schieferdach kostet, hängt vor allem von der Deckungsart ab. Für die Kosten ist also nicht das Material an sich entscheidend, sondern die Art und der Aufwand der Eindeckung. Zu den günstigsten Varianten zählt die Universal- bzw. Bogenschnittdeckung.

Dabei kaufen Sie den Schiefer als Steine mit Bogenschnitt, die es in zwei verschiedenen Standardgrößen gibt. Die Platten in der Größe 30 mal 30 Zentimeter verwendet man dabei für Dächer mit einer Dachneigung von mindestens 25 Grad. Und die Steine in den Maßen 25 mal 25 Zentimeter verwendet man bei einer Dachneigung von mindestens 40 Grad. Die Kosten für die Dacheindeckung pro Quadratmeter liegen zwischen 60 und 80 Euro inklusive Material und Arbeitsleistung.

Deckungsarten

Alle Deckungsarten des Schieferdachs finden Sie hier:

Rechteck-Doppeldeckung

Eine weitere Möglichkeit, sein Dach mit Schiefer einzudecken, ist die Rechteck-Doppeldeckung. Dabei werden die Platten in gerader Linie parallel zu der Dachlattung angebracht. Bei dieser Variante spart man die Kosten für die Vollschalung des Daches. Die Kosten belaufen sich auf etwa 75 Euro für einen Quadratmeter inklusive Arbeitsleitung und Material. Allerdings ist diese Variante nicht regensicher, weil die Platten nicht entsprechend der Dachneigung gesetzt werden.

Altdeutsche Deckung

Eine weitere Variante der Dacheindeckung mit Schiefer ist die Altdeutsche Deckung. Diese Möglichkeit lässt allerdings nicht viel gestalterischen Spielraum. Die Schieferplatten sind unterschiedlich groß und werden von dem Dachdecker in der Regel erst vor Ort zurecht geschlagen, was großes handwerkliches Geschick erfordert. Die Steine werden zum Frist hin immer kleiner, wodurch diese Variante vor allem für komplizierte und anspruchsvolle Dachformen geeignet ist. Bei der Altdeutschen Deckung müssen Sie mit Kosten ab 110 Euro pro Quadratmeter inklusive Arbeitsleistung und Material rechnen.

Schuppendeckung

Die Schuppendeckung orientiert sich vom Stil her an der Altdeutschen Deckung. Bei dieser Variante nutzt man allerdings kleinere, gleich große und symmetrische Platten. Die Kosten sind mit etwa 75 Euro pro Quadratmeter inklusive Material und Arbeitsleistung auch deutlich geringer.

Wilde Deckung

Eine der aufwendigsten und teuersten Arten das Dach mit Schiefer einzudecken ist die Wilde Deckung. Dabei verwendet man ausschließlich unbeschlagene Dachsteine. Diese werden von den Dachdeckern erst auf dem Dach zugeschlagen und in die gewünschte Deckung gelegt. Hierbei hat man also völlig freie Gestaltungsmöglichkeiten. Von den Kosten her rechnen Sie mit mindestens 135 Euro pro Quadratmeter mit Arbeitsleistung und Material.

Motiveindeckung

Mit der Motiveindeckung verleihen Sie Ihrem Dach eine besondere Optik. Mit den Schieferplatten können Muster wie Wappen, Namen und viele weitere Muster gelegt werden.

Egal für welche Variante Sie sich entscheiden, amortisieren sich die Kosten vor allem durch die Langlebigkeit der Schieferdächer. Vergleicht man die Schieferdächer mit Ziegeldächern zahlt man für die Schiefervariante etwa 5.000 Euro mehr, spart sich aber das erneuern des Daches.

Ein Schieferdach Instand halten

Es empfiehlt sich das Schieferdach in regelmäßigen von einem Fachmann kontrollieren zu lassen. Dabei empfiehlt es sich alle zwei Jahre eine Inspektion durchführen zu lassen. Das ist notwendig, weil es immer wieder sein kann, dass einzelne Platten durch Witterungseinflüsse brechen und dann erneuert werden müssen. Wenn das der Fall ist besteht, wie bei anderen Dachkontruktionen auch, die Gefahr, das Feuchtigkeit eindringen kann. Selten kann es auch zu Moos- oder Grünpflanzenbildung auf einem Schieferdach kommen. Diese Verschmutzungen lassen sich aber ganz einfach mit einem Hochdruckreiniger beseitigen.