Pultdach – Tipps, Kosten & Neigung von Pultdächern

Beim Pultdach wird das gesamte Haus mit einer einzigen Dachseite eingedeckt. Deswegen ist das Pultdach eigentlich ein abgeschrägtes Flachdach mit besonderen Eigenschaften. Auf der Firstseite entsteht die sogenannte hohe Wand, also die höchste Fassade des Hauses.

Ein Pultdach bietet viele Möglichkeiten und spart nicht nur Kosten. Auch im Hinblick auf modernes Design und eine praktische Nutzung des Dachgeschosses bringt das Pultdach neue Ideen ins Haus.

Das Pultdach – was Sie wissen sollten

Auf der Firstseite des Pultdachs entsteht die höchste Fassade des Hauses. Auf der anderen Hausseite ergeben sich dadurch meist Räumlichkeiten mit nur schwach geneigten Innendecken.

Während man sich das typische Wohnhaus als konventionelles Sattel- oder Walmdach mit zwei gegenüberliegenden Dachseiten vorstellt, gewinnt das einseitige Pultdach zunehmend an Bedeutung. Zwar handelt es sich bei den Pultdächern ebenfalls um eine traditionelle Bauweise, doch wurde diese über lange Zeit fast ausschließlich für Nutz- und Nebengebäude angewendet.

Besonderheiten von Pultdächern

Dach decken - Pultdach bauen am Haus
Dach decken – Quelle: bigstock.at, ID: 119127782

Pultdächer lassen sich mit gewöhnlichen Ziegeln, Schiefer oder auch mit hochwertigen und lackierten Blechen eindecken. Für einfachere Nebengebäude kommt in vielen Fällen auch günstige Dachpappe zum Einsatz. Vor allem bei klimatischen Bedingungen mit starken Winden, häufigen Regen- oder Schneefällen wird das Pultdach traditionell zur Wetterseite nach Nordwesten ausgerichtet, um das Haus vor Umwelteinflüssen bestmöglich zu schützen. Zusätzlich kombiniert ein nur leicht geneigtes Pultdach aber auch ein vollwertig nutzbares Dachgeschoss mit weiteren, interessanten Eigenheiten.

Regenschauer

Probleme mit stehendem Wasser sind dem Pultdach fremd. Schon eine geringfügige Dachschräge reicht aus, um den Regen zuverlässig abzuleiten. Durch bewusst geführte Regenströme erreicht man zudem eine selbstreinigende Wirkung des Daches, welche beim Flachdach nicht gegeben ist.

Sonneneinstrahlung

Während Pultdächer im Sommer eine gute Verschattung bieten, können diese gleichzeitig als Basis für ein hauseigenes Kraftwerk dienen. Passend zum modernen Gesamteindruck werden Pultdächer daher gerne mit Sonnen-Kollektoren bestückt, um die Einstrahlung der Sonne für die Energiegewinnung zu verwenden. Die große Fläche nutzt im Winter die flachstehende Sonne optimal aus, um über viele Stunden Strom zu erzeugen.

Eine nach Süden geneigte hohe Wand steht andererseits für helle, freundliche Zimmer und eine smarte Ausnutzung der natürlichen Wärme über den gesamten Winter. An dieser Stelle muss ein gewisser Kompromiss eingegangen werden, da sich die Schräge nur für einen der beiden Zwecke ideal ausreizen lässt.

Richtige Dämmung

Im Sommer verhalten sich ungedämmte Räume wie Treibhäuser. Mit steigenden Außentemperaturen heizen sich auch die Innenräume auf und besonders die Bereiche unterhalb des Daches sind bei hochsommerlichem Klima nahezu unbewohnbar. Dasselbe Prinzip gilt im Winter auch umgekehrt. Wenn nämlich das Thermometer fällt, kühlt als erstes die Luft unter den Dächern ab; zu niedrige Temperaturen und aufsteigende Zugluft verschlechtern ein potenzielles Wohnklima deutlich.

Der Grund dafür liegt auf der Hand: Bei unzureichender Dämmung wirkt das gesamte Dachgeschoss wie ein Puffer mit einer großen Luftmenge, welcher die darunterliegenden Etagen gegen Temperaturschwankungen schützt. Wenn aber auch der Dachboden als Wohnraum genutzt werden soll, bedarf es einer fachgerechten und effektiven Dämmung, um sowohl ein angenehmes Klima zu erschaffen, als auch unnötig hohen Energiekosten entgegenzuwirken.

Verschiedene Arten der Dämmung des Pultdachs

Grundsätzlich kommen drei verschiedene Arten der Dämmung in Betracht.

  1. Die Aufsparrendämmung stellt die effektivste Bauweise dar, nachdem hier eine Verlegung ohne Wärmebrücken erreicht werden kann. Einen weiteren Vorteil bildet außerdem die bleibende Sichtbarkeit der innenliegenden Dachbalken, wobei die Anbringung vor allem bei ungedeckten Dächern erfolgen sollte. Zu beachten ist in jedem Fall der vergleichsweise hohe Kostenaufwand.
  2. Die zweite Möglichkeit bildet der Kompromiss der Zwischensparrendämmung, welche auch von versierten Heimwerkern installiert werden kann. Die Dämmungseigenschaften liegen wie die zu erwartenden Kosten auf einem mittleren Niveau.
  3. Schließlich kann dieser Dämmweise noch mit der ergänzenden Untersparrendämmung nachgeholfen werden, falls die Resultate nicht ausreichen. Allerdings wird diese preisgünstige Bauart nicht als alleinige Dämmung für Wohnräume unter dem Dach empfohlen, besitzt als typische Dachboden-Dämmung jedoch einen ausreichenden Effekt, wenn dieser nur als Abstellkammer verwendet wird.

Neben der Aufsparren-, der Zwischen- und der Untersparrendämmung stehen weitere Varianten zur Verfügung, wenn das Pultdach eine sehr geringe Neigung aufweist. Sollte es sich beim vorliegenden Pultdach schon beinahe um ein Flachdach handeln, kann natürlich eine entsprechende Bauweise in Form von Schütt- und Einblas-Dämmungen zum Einsatz kommen. Darüber hinaus existiert noch das sogenannte Umkehrdach, bei dem schon die Namensgebung eine obenliegende Dämmung erahnen lässt.

Wann ist ein Pultdach sinnvoll?

Wirkliche Einschränkungen für die Verwendung eines Pultdaches gibt es kaum. Mit dieser Dachkonstruktion lassen sich größere Einfamilienhäuser ebenso eindecken wie Reihenhäuser oder auch kleine Ferienhäuser und Gartenlauben. Trotz einfacher Bauart punkten die Pultdächer gegenüber Flachdächern mit einem zuverlässigen Ablauf des Regens und einer automatischen Selbstreinigungsfunktion durch das strömende Wasser.

Kosten von Pultdächern

Arbeiten am Pultdach - Dach decken
Pultdach bauen – Quelle: bigstock.at, ID: 50240201

In Bezug auf eine aussagekräftige Preis-Kalkulation können keine pauschalen Angaben gemacht werden. Zu vielfältig ist das Angebot und zu unterschiedlich die jeweiligen Bauarten. Allerdings lässt sich davon ausgehen, dass sich ein Pultdach kostengünstiger realisieren lässt als ein Sattel- oder Walmdach. Inklusive Eindeckung kann mit bis zu 15 000 Euro pro 75 Quadratmeter Dachfläche gerechnet werden, wobei preiswertere Alternativen denkbar sind.

Vorteile

Im Überblick lassen sich die Argumente für und gegen ein Pultdach schnell zusammenfassen. Ein großer Pluspunkt ist die deutliche Kostenersparnis beim Bau, welche auf geringeren Materialeinsatz, weniger Arbeitsaufwand und günstige Alternativen bei der eigentlichen Eindeckung zurückzuführen sind.

  • Heizkosten sparen
  • Sonneneinstrahlung effektiv nutzen
  • Energie erzeugen
  • Gute Wärmedämmung

Nachteile

Nachteile ergeben sich hauptsächlich durch die Einschränkungen bei der Architektur, welche allerdings Geschmackssache bleiben. Raffinierte und komplizierte Designs lassen sich mit Pultdächern nur bedingt umsetzen, weswegen Häuser mit direkt angrenzenden Nebengebäuden und verwinkelten Fluchten mit Hilfe anderer Dachkonzepte verwirklicht werden. Schließlich und selbsterklärend besitzt auch das Pultdach eine Schräge, wodurch sich das Dach normalerweise nicht als Terrasse oder für weitere Aufbauten eignet.

Außerdem entstehen konstruktionsbedingt immer relativ hohe Fassaden ohne allzu große Dachschrägen. So mancher Hausbesitzer findet aber eben die geneigten Innenwände besonders attraktiv und möchte diese für spezielle Ausbauten mit Erkern oder Balkonen nutzen.

Obwohl diese bisher als wenig prestigeträchtig galten, bringen die Pultdächer frischen Wind in die Architektur der Wohnlandschaften. Energiesparende Bauten, eine effiziente Nutzung sämtlicher Innenräume und ein schnittiges Design mit modernen Elementen, sowie klaren, prägnanten Linien, sprechen eindeutig für die Verbauung eines kostengünstigen Pultdaches.

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