Schleppdach – Bauweise, Kosten und Aufbau

Das Schleppdach oder geschleppte Dach ist eine Form des Pultdaches und damit eine eher unkomplizierte Dachform. Es besteht nur aus einer geneigten Dachfläche und ist immer an ein Hauptdach angebaut. Ein Schleppdach kann es also ohne Hauptdach nicht geben.

Der Name Schleppdach drückt aus, dass dieses Dach im Prinzip über das Hauptdach hinaus nach vorne “geschleppt” wird. Dabei kann die Neigung des Schleppdaches der des Hauptdaches entsprechen. Es kann aber auch steiler oder flacher als das Hauptdach sein.

Schleppdach Skizze
Schleppdach Skizze

Das Schleppdach

In den meisten Fällen ist das Schleppdach direkt an die Dachtraufe des Hauptdaches anliegend, das ist die einfachste Form. Es gibt aber auch Varianten, bei denen es über der Traufe des Hauptdaches oder unterhalb der Traufe angesetzt wird und sich so beide Dächer überlappen. Eine weitere Möglichkeit ist die Schleppgaube. Hier wird entweder eine einzelne Dachgaube, mehrere Dachgauben oder eine die gesamte Dachlänge durchlaufende Gaubenreihe mit einem Schleppdach überdacht.

Schleppdächer werden meistens an Satteldächer oder Pultdächer angeschlossen. Theoretisch ist ein Anschließen aber auch an alle anderen Dachformen möglich.

Traditionelle Dachform

Die Schleppdächer haben eine sehr lange Tradition. Man findet sie manchmal noch an alten Kirchenbauten oder an Bahnhöfen, öfter aber an älteren landwirtschaftlichen Gebäuden und Gewerbe- Immobilien. Sie waren und sind auch heute noch sehr gut als Unterstellmöglichkeiten für Geräte, Maschinen, Fahrzeuge, Material und Vorräte aller Art nutzbar. Heute sind Schleppdächer besonders als Überdachung von Garagen oder Carports, als Lagermöglichkeit für Gartenmöbel und Gartengeräte oder als Lagerplatz für Kaminholz beliebt.

Aber auch als Vordach vor Haustüren und Eingangsbereichen und zur Terrassen-Überdachung ist diese Dachform praktisch. Auch an Gartenhäusern und Wochenendhäusern sieht man häufig Schleppdächer. Je nach Verwendungszweck und Neigungswinkel können sie als relativ kurzer oder längerer Dachvorsprung verwendet, aber auch bis zum Boden hinuntergezogen sein. In diesem Fall lässt sich ohne großen Aufwand auch ein geschlossener Anbau schaffen.

Mit einem Schleppdach kann man bei Bedarf sehr viel zusätzlichen Platz gewinnen. Auch Schleppgauben sind eine praktische Angelegenheit. Sie vergrößern den nutzbaren Raum im Dachgeschoss, ermöglichen den Einbau senkrechter Fenster und sogar Glastüren und sorgen so für bessere Lichtverhältnisse.

Vorteile des Schleppdachs

Ein Schleppdach hat gegenüber anderen Dachformen einige entscheidende Vorteile. Einer besteht darin, dass es beim Hausbau von vornherein geplant und gebaut, aber auch relativ leicht nachträglich angebaut werden kann ohne größere Umbauten am Hauptdach vornehmen zu müssen. So lassen sich bei Bedarf zusätzliche Räumlichkeiten oder zumindest Stauraum schaffen. Auch die meist recht einfache Konstruktion ist vorteilhaft und nebenbei ist ein Schleppdach im Verhältnis zu anderen Dachformen auch relativ preisgünstig zu bauen. Auch für handwerklich etwas begabte Laien stellt das Anbringen eines Schleppdaches keine besonders große Herausforderung dar.

Allerdings ist ein Schleppdach fast in jedem Fall eher praktisch als schön. Die Zweckmäßigkeit steht häufig an erster Stelle und in punkto Symmetrie und gefälliger Optik sind andere Dachformen meistens besser. Aber es gibt trotzdem auch recht ansehnliche Häuser mit Schleppdach.

Darauf müssen Sie achten!

Was muss ein Bauherr beachten, wenn er sich für ein nachträglich angebautes Schleppdach entscheidet? Das A und O bei einem solchen Dach ist die Dachneigung. Am einfachsten ist die Anbringung eines Schleppdaches direkt an der Dachtraufe des Hauptdaches und im gleichen Winkel wie dieses. So wird das Hauptdach einfach gerade weitergeführt und verlängert, Das allerdings funktioniert nur bei Hauptdächern mit einem flacheren Winkel oder bei einer sehr hohen Traufhöhe.

Bei Schleppgauben muss das Schleppdach immer einen flacheren Winkel haben als das Hauptdach. Auch wenn die Konstruktion eines Schleppdaches nicht sehr kompliziert ist, muss man auch vor Baubeginn genau berechnen, welche Dimensionen der Anbau haben soll und welche Kräfte am Ende auf ihn ruhen. Deshalb, sollte, zumindest bei Wohnhäusern, in jedem Fall ein Spezialist (Architekt, Dachdecker) hinzugezogen werden.

Bei der Gartenhütte oder dem Schuppen kann man sich schon eher selbst versuchen. Wichtig ist es auch, vor dem Anbau des Schleppdaches zu bedenken, dass die Regenrinne richtig angebracht und dimensioniert werden muss. Bei einem direkt angebrachten Schleppdach bildet sich eine einheitliche und wesentlich größere Dachfläche. Deshalb muss die Dachrinne auch wesentlich mehr Wasser fassen können, als vorher. Bei überlappenden Dächern braucht man Dachrinnen für jede Dachfläche. Auch hinsichtlich des Schneedruckes ändert sich durch das Schleppdach einiges.

Kosten für das Schleppdach

Die Kosten für ein Schleppdach hängen natürlich in erster Linie davon ab, wie groß es werden soll. Danach berechnet sich ja, wie viele Dachbalken, Sparren, Pfetten etc. man für den Anbau braucht. Aber auch das Baumaterial hat natürlich Auswirkungen auf die Baukosten. Sie können zwischen einigen Hundert Euro oder mehreren Tausend betragen. Ein Schleppdach muss dabei aber durchaus nicht unbedingt gleich gedeckt werden, wie das Hauptdach, obwohl das meistens optisch am besten wirkt.

Wer sparen will, kann aber durchaus auch ein Schleppdach auswählen, was aus Metall, Holz oder Kunststoff besteht. Besonders wenn es nur als Dachvorsprung gedacht ist, können auch solche Materialien zweckvoll sein und trotzdem optisch gut aussehen. Wir sich selbst an den Anbau eines Schleppdachs heranwagen möchte, sollte sich im Vorfeld die bei den einzelnen Varianten entstehenden Kosten von einem Dachdecker ausrechnen lassen.

Schleppdach – Bauweise, Kosten und Aufbau
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