Satteldach – Tipps, Kosten & Vorteile von Satteldächern

Das Satteldach ist die beliebteste und am weitesten verbreitete Dachform in gemäßigten und kalten Gebieten. Es wird auch als Giebeldach bezeichnet und besteht aus zwei geneigten Dachflächen, die entgegengesetzt angebracht werden und an ihrer höchsten, waagerechten Kante, also an dem Dachfirst, zusammenkommen.

Die Dachneigungen und Traufhöhen können sehr unterschiedlich ausfallen, da die Konstruktion als Pfetten- oder Sparrendach ausgeführt wird. Dächer, bei denen sich der Neigungswinkel oder die Größe der zwei Dachflächen unterscheidet, werden als asymmetrische Satteldächer bezeichnet.

Das Satteldach (Giebeldach) ist in Österreich das die am meisten genutzte Dachform aufgrund der Beständigkeit gegen Witterung und Kälteisolierung.

Was sind die Besonderheiten eines Satteldachs?

Satteldach - alle Dachformen
Satteldach (Quelle: bigstock.at, ID: 143658062)

Neben dem charakteristischen Aufbau dieser Dachform liegt der größte Unterschied von Satteldächern verglichen zu anderen Dachformen im einfachen Aufbau des Dachstuhls. Durch den geringeren Arbeitsaufwand und die entfallenden Details sinken nicht nur die Installationskosten, auch das Risiko für Schäden ist geringer. Der durch die Dachform entstandene Raum fällt je nach Neigungswinkel der Dachflächen größer oder kleiner aus und kann entweder als Zimmer oder als Isolationsgrundlage für das Haus genutzt werden.

Wann eignet sich ein Satteldach und worauf ist zu achten?

Satteldächer eignen sich in eher kälteren Zonen, wie Deutschland oder Österreich, prinzipiell gut, da sie gegen Witterung beständig sind. Hinzu kommen der geringe Arbeitsaufwand und die damit verbundenen Kosten. Je nach Wetterverhältnissen und Anwendungsgebiet eignen sich jedoch andere Winkel und Konstruktionen der Satteldächer besser.

So werden zum Beispiel in Gebieten mit starkem Regen und Wind Satteldächer mit einer steilen Neigung von mindestens 45° errichtet, um dem Eindringen von Wasser vorzubeugen. In Bergregionen hingegen besitzen die Satteldächer einen geringeren Neigungsgrad, um den Schnee besser auffangen zu können und somit ein unkontrolliertes Rutschen zu umgehen. Dächer in den Alpenregionen zum Beispiel weisen einen Neigungswinkel von etwa 25 bis 35 ° auf, um die Entstehung von Dachlawinen zu verhindern.

Neigungswinkel und Arten:

Als flaches Satteldach werden Konstruktionen mit einer Neigung von ≤ 30° bezeichnet. Bei einer Neigung von 45 ° spricht man vom Winkeldach oder neudeutschem Dach. Eine Dachneigung, die die 62° erreicht, nennt sich altdeutsches oder gotisches Dach. Ein Satteldach mit einer 60° – Neigung in Form eines gleichseitigen Dreiecks heißt altfranzösisches oder altfränkisches Dach.

Aufgrund der großen Stabilität und dem einfachen Aufbau des Daches und Dachstuhls spricht heute noch sehr viel für ein Satteldach beim Hausbau. Auch die Kosten sind hier meist niedriger, als bei anderen Dachformen.

Die verschiedenen Arten des Dachs werden anhand der Dachneigung festgemacht:

  • Dachneigung bis 30°: “flaches Satteldach”
  • Dachneigung ab 45°: “Winkeldach” oder “Neudeutsches Dach”
  • Dachneigung ab 62°: “Gotisches Dach” oder “Altdeutsches Dach”
  • genau 60° (Gleichseitigkeit): “Altfränkisches Dach” oder “Altfranzösisches Dach”

Kosten: Was kostet ein Satteldach?

Die Satteldachkosten setzen sich aus den Materialien, dem Arbeitslohn, der Eindeckung, der Wärmedämmung und gegebenenfalls den Fenstern oder weiteren Sonderkonstruktionen zusammen. Die anteilmäßig höchsten Kosten fallen hierbei für den Rohbau inklusive Arbeitslohn und der gesetzlich vorgeschriebenen Wärmedämmung an. Der ungefähre Mittelwert für diese liegt jeweils bei etwa 60 € pro Quadratmeter. Der Lohn der Arbeiter kann allerdings je nach Region stark variieren.

Arbeiten am Satteldach - Dach decken
Dach bauen – Quelle: bigstock.at, ID: 50240201

Doch auch die Kosten für die Dacheindeckung können je nach Ansprüchen und Materialien unterschiedlich sein und reichen von etwa 20 bis 100 € pro Quadratmeter. Das Eindecken mit Ziegeln beispielsweise gehört zu den eher preiswerteren Varianten und kostet ca. 30 € pro qm. Allerdings ist für die Art der Eindeckung auch der Neigungsgrad von Bedeutung. Wer sich zusätzliche Sonderkonstruktionen wie etwa eine kleine Dachterrasse wünscht, muss mit weiteren, nicht unerheblichen Kosten rechnen müssen, da es sich hierbei um recht aufwendige Arbeit handelt.

Der Neubau eines 180 qm großen Ziegeldachs mit 4 Fenstern kostet somit in etwa 30.000 €. Wer sein Satteldach selber bauen möchte, kann bis zu 40 % der Kosten sparen, allerdings müssen hierfür genaue Kenntnisse der statischen Besonderheiten und der gesetzlichen Vorschriften vorhanden sein.

Welche Vorteile und Nachteile gibt es?

Ein Satteldach bringt viele Vorteile jedoch auch einige Nachteile mit sich. Die simple architektonische Konstruktion ermöglicht zahlreiche Traufhöhen und unterschiedliche Neigungen des Dachs. Satteldächer sind außerdem sehr witterungsbeständig und müssen nur sehr selten gewartet werden. Daher sind nicht nur die Installationskosten sondern auch die Kosten für die Instandhaltung verglichen zu anderen Dachformen geringer. Ein Satteldach lässt sich außerdem umweltfreundlich mit diversen Naturmaterialien eindecken.

Aber auch der gewählte Dachstuhl und die Dachneigung entscheiden über die Vor- und Nachteile des Satteldachs.

Vorteile eines Satteldachs:

  • Kostengünstig in der Installation
  • Günstig in der Instanthaltung
  • Witterungsbeständig
  • Zahlreiche Gestaltungsmöglichkeiten
  • Einfaches Konstruktionsprinzip
  • Umweltfreundliche Dacheindeckung möglich

Grundsätzlich gilt: Je steiler das Satteldach ausgeführt ist, umso weniger Wohnraum steht zur Verfügung. Wer das Dachzimmer mit hohen Möbeln füllen möchte, sollte eine flache Neigung von etwa 25° wählen. Je nach Region gibt es jedoch unterschiedliche Bauvorschriften, welche die First- und Traufhöhe bestimmen.

Im Pfetten-Dachstuhl können beispielsweise Dachgauben nach Belieben integriert werden und außerdem kann eine größere Spannweite erreicht werden. Hierbei können die stützenden Pfetten jedoch als störend empfunden werden. Bei ausreichend großen Räumlichkeiten können diese aber auch in die Wände integriert werden.

Nachteile eines Satteldachs:

  • Je steiler das Dach, desto mehr Wohnraumverlust
  • Belichtungsmöglichkeit nur durch Giebel- und Dachfenster

Sparrendachstühle haben zwar eine geringere Spannweite, dafür fallen aber auch die störenden Stützen weg. Wenn die Dachneigung steil ist, lässt sich der Wohnraum um etwa 1/3 erhöhen.

Weitere Dachformen finden Sie hier online:

Zusätzliche Informationen zum Sattel- oder Giebeldach in Österreich:

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