Kräuterbeet & Kräuterschnecke im Garten anlegen

Frische Kräuter sind eine wohlschmeckende Bereicherung für jedes Gericht. Und es ist gar nicht allzu schwierig, verschiedene Kräuter im eigenen Garten oder auf dem Balkon zu ziehen. Sie sind wohlschmeckend, gesund und lassen sich leicht präparieren für den späteren Gebrauch in der Form von Pasten und Soßen, oder einfach eingefroren in praktischen Portionen. Idealerweise wird zum Ziehen frischer Kräuter ein Kräuterbeet oder eine sogenannte Kräuterschnecke genutzt. Worum es dabei geht und welche Vorteile sie haben, soll nun beschrieben werden.

Worauf muss man bei einem eigenen Kräuterbeet achten?

Kräuter im Garten einsetzen
Kräuter im Garten | Quelle: bigstock.at (91432031)

Bevor damit begonnen werden kann ein Kräuterbeet oder eine Kräuterschnecke anzulegen, ist es ratsam zu klären, ob am geplanten Standort auch die notwendigen Grundbedingungen vorliegen. Zwar ist die Aufzucht von Kräutern in der Regel nicht allzu komplex, doch auch diese vergleichsweise anspruchslosen Pflanzen benötigen bestimmte Voraussetzungen, um optimal zu wachsen.

Hierzu hilft es, sich zur Herkunft der ausgewählten Pflanzen kundig zu machen. Während nämlich mediterrane Kräuter einen warmen, sonnigen, nicht zu feuchten Platz bevorzugen, sind heimische Kräuter aus unseren Breitengraden an schattigen und halbschattigen Plätzen bestens aufgehoben. Ein aufmerksamer Blick zum Sonnenverlauf und wie welche Teile des eigenen Gartens über den Tag hinweg davon getroffen werden, gibt Hinweise dazu, welche Pflanzen und Kräuter an welchem Standort gut gedeihen.

Der richtige Standort im Garten

Es empfiehlt sich demnach, das Kräuterbeet und die Kräuterschnecke so zu platzieren und zu gestalten, dass die jeweiligen Standortbedingungen die Auswahl der Kräuter positiv beeinflusst. Darüber hinaus ist es sinnvoll, die einzelnen Kräuter harmonisch miteinander zu kombinieren. Beispielsweise ist es hilfreich, wenn Knoblauch und Pfefferminze beieinander gepflanzt werden, denn so bleibt die Minze auf natürliche Weise frei von Schädlingen. Auf der anderen Seite gibt es Kräutergruppen, die nicht so perfekt nebeneinander auskommen. Dazu nachfolgend mehr.

Welche Kräuter kann man anpflanzen?

Wenn die grundlegende Wahl des zukünftigen Standorts getroffen wurde, können die jeweiligen Kräuter zum Anpflanzen ausgesucht werden. Dabei ist es sinnvoll, einjährige Pflanzen von mehrjährigen zu trennen. Eine kluge Durchmischung mit sorgfältig ausgewählten Kräutern bietet einige Vorteile. Die Kräuter versorgen sich gegenseitig mit unterschiedlichen Nährstoffen über ein verbindendes Wurzelwerk.

Wie beim Knoblauch und der Pfefferminze ergänzen sich gut ausgewählte Kräutergruppen in ihren Eigenschaften. Außerdem verhindert eine ausgesuchte Mischkultur die vorzeitige Ermüdung des Bodens. Demgegenüber können unpassend beieinander gesetzte Pflanzen zu vermindertem Wachstum und erhöhter Standortkonkurrenz führen.

Kräuter anpflanzen

Gut zusammen passen folgende einjährige Kräuter, der Einfachheit halber alphabetisch sortiert:

  • Basilikum
  • Bockshonrklee
  • Sommer-Bohnenkraut
  • Boretsch
  • Dill
  • Gartenkresse
  • Kamille
  • Kerbel
  • Koriander
  • Kreuzkümmel
  • Majoran
  • Parakresse
  • Petersilie
  • Pimpinellen
  • Rosmarin
  • Rukola
  • Stevia

Dazu kann bemerkt werden, dass Dill, Kresse, Majoran, Petersilie, Boretsch und Kerbel besonders gut miteinander zurecht kommen und das sogar auf engstem Raum.

Zu den zwei- oder mehrjährigen Kräutern zählen zum Beispiel:

  • Bärlauch
  • Bärwurz
  • Beifuss
  • Winter-Bohnenkraut
  • Blutampfer
  • Brunnenkresse
  • Winterkresse
  • Currykraut
  • Estragon
  • Fenchel
  • Huflattich
  • Kalmus
  • Kümmel
  • Löffelkraut
  • Minze
  • Zitronenmelisse
  • Oregano
  • Safran
  • Küchensalbei
  • Sauerampfer
  • Schnittlauch
  • Spitzgewerich
  • Knoblauch-Schnittlauch
  • Thymian
  • Waldmeister

Hierbei ist es sinnvoll, bestimmte Kräutergruppen zueinander zu setzen. Schnittlauch, Thymian, Salbei, Estragon und Zitronenmelisse harmonieren ebenso wunderbar miteinander wie Salbei, Oregano und Bohnenkraut. Zusammen mit der Zitronenmelisse sind gleich alle gut versorgt mit zusätzlichen Nährstoffen.

Diese Kräuter sollten einzeln gepflanzt werden:

Allerdings sind nicht alle Kräuter immer gut aufgehoben in direkter Nachbarschaft zu anderen Gewächsen, weil sie viel Platz benötigen und die umgebenden Standortbedingungen einschränken. Folgende Pflanzen sollten darum bevorzugt solitär gepflanzt werden:

  • Eberraute
  • Engelwurz
  • Gewürznelkenbaum
  • Kurkuma
  • Lavendel
  • Liebstöckel
  • Lorbeer
  • Wermut
  • Ysop
  • Zitronengras

Grundlagen zum Bau eines Kräuterbeets?

Kräuter im Beet anpflanzen
Kräuter anpflanzen | Quelle: bigstock.at (132405584)

Wenn Standort und eine ungefähre Pflanzenauswahl stattgefunden haben, kann die Anlage des Beets beginnen. Idealerweise sollte mit dem „Bau“ frühestens gegen Ende April, spätestens jedoch Mitte Mai begonnen werden. Während dieser Zeit sollte vorbereitend präpariert werden durch passendes Düngen des Bodens und reichliches Bewässern.

Optimal für ein Kräuterbeet auf ebenem Grund ist eine maximal Breite von 120 Zentimetern, sodass bequem darin gearbeitet werden kann. Bewährt zur Einfriedung und Strukturierung eines Kräuterbeets haben sich vor allem natürliche Materialien wie unbehandeltes Holz, etwa für hölzerne Beete. Wer es gern massiv mag, sollte Natur- und Feldsteine und Mauersteine wählen (Mörtel nicht vergessen).

Die Baumöglichkeiten unterschiedlicher Beete sind enorm und reichen von simplen, rechteckigen Holzkästen bis hin zu verträumt angelegten Beeten im Naturgarten. Wichtig bei allen Bauformen ist eine gute, übersichtliche Struktur für leichte Pflege und eine sichere Umfassung, damit kein Substrat furch Regen und Bewässerung fortgeschwemmt wird.

Was ist eine Kräuterschnecke?

Die Alternative, wenn mit geringstem Platz gearbeitet werden soll. So benötigt eine Kräuterschnecke lediglich mindestens 3 Quadratmeter und passt somit beinahe auch auf jeden Balkon. Benötigt für die Anlage werden sogenannte Lesesteine und eine sehr genaue Auswahl für die Pflanzen. Das obere Ende, die höchste Stelle der Schnecke, weist nach Süden. Nach Norden läuft die Kräuterschnecke flach aus und bewirkt ein naturnahes Abfließen von Regen- und Gießwasser.

Mehr Platz im Garten durch die Kräuterschnecke

Mit wenig Raum werden damit verschiedene Klimazonen angeboten, sodass in kompakter Weise anhand der speziellen Beschaffenheit der Schnecke die Anforderungen verschiedener Pflanzen bedient werden können. Eine Kräuterschnecke spart Platz und bewirkt durch ihre individuelle, dreidimensionale Form eine erfrischende Modellierung vom üblicherweise ebenen Untergrund.

Was sind eigentlich die Vorteile eines Kräuterbeets?

Die meisten Kräuter müssen nicht zwingend in die freie Erde, sie können auch wunderbar im Blumenkasten oder in einzelnen Töpfen gezogen werden. Doch die Aufzucht in Töpfen ist deutlich anspruchsvoller als im Kräuterbeet. Meisten sind die Töpfe verkaufsfertiger Kräuter zu klein und die Erde ist minderwertig. Im Kräuterbeet sind die Wachstumsbedingungen wesentlich besser und richtig angelegt findet eine Eigendüngung des Bodens statt, sodass kein Substrat gewechselt werden muss.

Einfache Pflege des Beets

Weitere Vorteile eines kultivierten Kräuterbeets im Vergleich zum wilden Wuchs liegen zudem in der einfachen Pflege, der besseren Übersicht und nicht zuletzt einem besseren Kampf gegen Parasiten, Nager und andere Schädlinge.

Wenn übrigens ein Zugang zu Garten und Co. Fehlt, können Kräuter auch auf dem Balkon oder in der Loggia mithilfe eines Hochbeets angebaut werden. Wie man ein Hochbeet selber baut erfahren Sie ebenfalls hier online!

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