Obstbäume im Garten einsetzen

Sie möchten Obstbäume im Garten einsetzen? Eine Anleitung und Tipps dazu finden Sie hier!

Die Qualität von Obst aus dem Supermarkt lässt leider oft zu wünschen übrig. Gespritzt, nicht wirklich lecker, schnell gammelig und auch noch überteuert. Aber das muss nicht sein. Bauen Sie doch Ihr eigenes Obst an – mit eigenen Obstbäumen in Ihrem Garten.

Haben Sie genug Platz in Ihrem Garten bzw. auf Ihrem Grundstück, sind Obstbäume eine tolle Möglichkeit, die Fläche zu nutzen – einen Nutzen durch die frische Ernte inklusive. Wir informieren Sie, was Sie über Obstbäume im Garten wissen müssen und was Sie bei Standortwahl, Anbau und Pflege beachten sollten.

Verschiedene Obstbäume

Apfelbaum im Garten
Quelle: pixabay.com

Die Auswahl an Obstbäumen, die Sie in unseren Gefilden in Ihrem Garten pflanzen können, ist durchaus beachtlich. Der Klassiker ist der Apfelbaum, der nicht nur gut ausschaut, sondern auch eine große Menge gesunder und leckerer Äpfel liefert. Ebenfalls eine tolle Blütenpracht gibt der Kirschbaum ab, leckere und rote bis dunkelrote Früchte inklusive. Aber auch ein Birnbaum oder Pflaumenbaum machen sich nicht nur wegen der Ernte, sondern auch ihrer tollen Optik gut in jedem Garten.

Welche Obstbäume passen in den Garten?

Übrigens: Sollten Sie nicht genug Platz für einen großen Obstbaum, der ja mit der Zeit doch recht raumgreifend wird, haben, müssen Sie dennoch nicht auf frisches Obst aus eigenem Anbau verzichten. Zum einen gibt es immer mehr Obstbäume als Halbstamm oder Buschbaum. Solche Bäume sind deutlich kleiner als die klassischen Obstbäume auf Hochstämmen und brauchen damit auch weniger Platz. Zudem hat ihre Haltung noch weitere Vorteile, da sie leicht zu beernten und auch die Pflege einfacher sind.

So können Sie einen kleinen Baum zum Beispiel besser mit einem Netz vor Vögeln schützen, damit Sie die Früchte selbst genießen können. Noch platzsparender sind hingegen zum anderen Erdbeeren, Johannisbeeren, Himbeeren, Heidelbeeren, Stachelbeeren und Brombeeren. Sie wachsen an kleineren Pflanzen und Büschen, die auch gut in einem Gemüsebeet oder einfach so im Garten ihr Plätzchen finden.

Obstbäume pflanzen

Damit Sie eine reiche Ernte erzielen, müssen Sie bereits beim Pflanzen einiges beachten. Die Pflanzzeit für Obstbäume geht prinzipiell von Mitte Oktober bis ins Frühjahr. Bäumen ohne Erde, sogenannte wurzelnackte Obstgehölze, sollten aber am besten im Herbst, also in den Monaten Oktober und November gepflanzt werden. So können die jungen Bäume bei frostfreiem Wetter noch vor dem Winterbeginn Wurzeln bilden und Feuchtigkeit speichern. Werden Obstbäume hingegen erst im Frühjahr gepflanzt, müssen sie zeitgleich Wurzeln sowie Triebe, Blätter und Blüten bilden, was Stress für die Pflanzen bedeutet und damit auch die Ernte schmälern kann.

Wurzeln beschneiden

Unmittelbar vor dem Setzen werden die Wurzeln von wurzelnackten Obstbäumen beschnitten, um den Neuaustrieb und das Verzweigen der Wurzeln anzuregen. Den Baum sollten Sie nach dem Beschneiden noch einmal in Wasser stellen, bis die Wurzeln vollgesogen sind. Dann erst in die Erde geben. Anschließend mit viel Wasser gießen, damit sofort ein Kontakt zwischen Wurzeln und Erde entsteht. Ziehen Sie hierfür einen ringförmigen Damm für Gießwasser um den Stamm. Gedüngt wird erst wieder, wenn der Laubaustrieb beginnt. Obstbäume brauchen ohnehin nicht viel Dünger, die Wurzeln sollen nämlich in der Erde danach suchen und sich so ausbreiten. Im Frühjahr können Sie einen Langzeitdünger verwenden, um junge Bäume beim Wachstum zu unterstützen. Stützen Sie junge Bäume zudem mit einem Pfahl ab, da sie oft mit dem Gewicht einer reichen Ernte überfordert sind.

Die bequemere, aber auch teurere Alternative sind Obstbäume im Container, deren Wurzeln also von Erde umgeben sind. Sie können sowohl im Herbst als auch im Frühjahr gepflanzt werden, sodass Sie diese auch noch pflanzen können, wenn Sie dies im Herbst versäumt haben. Das Pflanzen von Containerware ist viel leichter, da genügend Wurzeln vorhanden sind. Prinzipiell können kleine Obstbäumchen auch in einen Kübel gepflanzt werden. Dies sollte dann aber ebenfalls erst im Frühjahr erfolgen, da Sie so das Problem Überwinterung umgehen. Ein Mindestvolumen des Kübels von 30 Litern Erde sollte hierbei unbedingt eingehalten werden. Prinzipiell gilt: Je mehr, desto besser. Auf diese Weise sind Obstbäumchen nicht nur für den Garten, sondern auch für den Balkon und die Terrasse geeignet. In diesem Fall sollten Sie aber immer Containerware verwenden.

Standort und Abstand

Pflanzen Sie Ihren Obstbaum klassisch in den Garten, sollten Sie bei beiden Varianten (wurzelnackt oder Container) aber immer darauf achten, dass Sie die Bäume nicht zu dicht pflanzen. Der Wind sollte noch gut zwischen ihnen hindurchwehen können. Auch im Endzustand, also ausgewachsen, dürfen sich die Baumkronen nicht berühren, da sonst die Bäume krankheitsanfälliger werden und das Obst auch schneller fault. Informieren Sie sich vor bzw. beim Kauf, wie groß die entsprechenden Bäume werden und wie groß der Abstand sein muss.

Bedenken Sie zudem, dass viele Obstbäume bestäubt werden müssen. Das bedeutet, dass die Pflanze andere Bäume gleicher Sorte in der Nähe benötigen, damit die Befruchtung gelingt. Dies gilt unter anderem für Apfelbäume. Aber auch Birnen und größtenteils Süßkirschen brauchen ebenfalls einen Befruchter. Sauerkirschen sind hingegen größtenteils selbstfruchtend. Auch Pflaumen, Mirabellen und Hauszwetschgen brauchen keinen Befruchter. Bedenken Sie dies bei der Wahl der Obstsorte und dem Standort.

Obstbäume pflegen

Damit Obstbäume nicht ins Kraut schießen sowie eine gute Ernte liefern, sollten sie regelmäßig beschnitten werden. Dies können Sie zur oder nach der Ernte machen. In Ausnahmefällen kann auch vor der Blüte geschnitten werden. Das ist besser als den Schnitt komplett ausfallen zu lassen. Idealweise schneiden Sie die Pflanzen am Morgen eines warmen und sonnigen Tages. Auf diese Weise trocknen und schließen sich die durch den Schnitt entstandenen Wunden schneller wieder, was die Wahrscheinlichkeit für einen Befall durch Bakterien oder Parasiten reduziert. Zu Beginn des Winters sollten Obstbäume nicht mehr zurückgeschnitten werden. Gönnen Sie ihnen in der kalten Jahreszeit einfach etwas Ruhe. Ab dem Frühjahr kann dann wieder geschnitten werden.

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